„Die Art unserer Reaktion auf ein traumatisches Ereignis entscheidet darüber, ob es unser Leben zerstört oder ob das Erlebte zu einem spirituellen Lehrer wird, der uns durch unbekanntes Gebiet führt und zum Segen einer höheren Macht wird.“
Peter A. Levine
Trauma
griech.τράυμα„Wunde“
Ein Trauma wird durch stresserzeugende Ereignisse verursacht, die sich außerhalb „normaler“ menschlicher Erfahrung bewegen und die auf fast jeden Menschen belastend wirken. Ein Trauma löst ein subjektives Erleben von absoluter Hilflosigkeit, Ohnmacht, intensiver Furcht und Entsetzen aus.
Entstehung und Auslöser
- Unfälle aller Art (z.B. Schleudertrauma)
- schwere Krankheiten
- Operationen (z.B. Sectio, Mandeloperationen)
- invasive medizinische Behandlungen
- erleben und beobachten von Gewalt (z.B. Krieg)
- erleben und beobachten von Naturkatastrophen
- sexueller Missbrauch
- Stresserlebnisse im Mutterleib, schwierige Geburt
- frühkindliches Verlassensein, Verlusterlebnisse
Traumakomponenten
1. starke Erregung ausgelöst durch Bedrohung, Angst und Schmerzen = Stress
2. Psychophysische Kontraktion
3. Dissoziation (Veränderung der Wahrnehmung)
4. Erstarren mit Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht (2-4 dienen dem Schutz des Organismus,
Symptome können sich um 2 oder 3 organisieren)
Wenn diese zunächst normalen Reaktionen habituellen oder chronischen Charakter annehmen bilden sich Symptome.
Symptome
Phase 1:
Hypervigilanz, bedrängende Vorstellungen, Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche, Hyperaktivität, Schreckhaftigkeit, Alpträume, Stimmungsschwankungen, verringerte Stresstoleranz, Schlafstörungen
Phase 2:
Angst, Panik, Phobien, Leere, Schweben, Schreckhaftigkeit, Licht- und Geräuschangst, übertriebene emotionale Reaktion, häufiges Weinen, Wut, Scham, Vergesslichkeit, Angst vor dem Verrücktwerden und alle von Phase 1
Phase 3:
Scheu, chronische Müdigkeit, Hashimoto, Schilddrüsenunterfunktion, Magen-Darm Probleme, Depression, Entfremdung, PMS, psychosomatische Beschwerden (Hals, Rücken, Kopf), Amnesie, Unfähigkeit andere zu lieben und zu unterstützen, niedrige Stresstoleranz
Trauma begleiten und heilen
- somatic experiencing (rhythmisches Hin- und Herbewegen zwischen Traumaerinnerung und Ressource)
- PITT – Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie
- Kohärenz des Herzens
- Progressive Muskelentspannung
- Familienstellen, Körperarbeit, z.B. Qi Gong
- EMDR (eye movement desensitization and reprocessing)
- gesunde Ernährung
- Bewegung in der Natur
- Unterstützung durch Partner/in, Freund/innen und Verwandte
- Ressourcen
- Stärkung des Parasympatikus
Quellen:
Trauma-Heilung, Peter A. Levine
Imagination als heilsame Kraft, Luise Reddemann
Links:
www.uzahlner.at
www.somaticexperiencing.at
www.luise-reddemann.info